LTE-Frequenzen in Europa

In Europa nutzt man die LTE-Frequenzen mit 800-, 1800- und 2600-MHz. Das kurzwellige Frequenzspektrum mit 800-MHz (Digitale Dividende) nutzen die Netzbetreiber vor allem zum LTE-Ausbau auf dem Land. In Deutschland wurden die Weißen Flecken auf dem Land ausschließlich mit dem Frequenzspektrum 800-MHz geschlossen. Diese LTE-Frequenzen aus der Digitalen Dividende können besonders gut Gebäude durchdringen, womit sie perfekt für das Surfen daheim sind. Dazu kann man mit einem LTE-Sendemast im Bereich 800-MHz einen Umkreis von bis zu 10 Kilometer abdecken. So reichen bereits wenige Basisstationen aus, um kleinere Ortschaften mit 4G zu versorgen. Zwar ermöglicht das kurzwellige Frequenzspektrum nur bis zu 50 Mbit/s, dies ist jedoch für fast alle Online-Anwendungen besonders für Privatpersonen völlig ausreichend.

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LTE-Versorgung in Stadt und Land, Quelle: telekom.de

Mit den langwelligen LTE-Frequenzen mit 1800-MHz und 2600-MHz bauen die deutschen LTE-Anbieter ausschließlich die Städte aus. Die 4G-Frequenzen ermöglichen die maximale Übertragungsrate von LTE mit bis zu 100 Mbit/s. T-Mobile nutzt in allen Ballungsgebieten und Städten ausschließlich 1800-MHz. Vodafone baut ausgewählte Standorte mit 2600-MHz aus. Der Netzbetreiber o2 möchte diese langwelligen LTE-Frequenzen in den Städten erst nutzen, wenn LTE den Massenmarkt erreicht. Der Münchner Mobilfunkanbieter setzt ähnlich wie Vodafone auch in den Städten auf 800-MHz.

Seitdem die Netzbetreiber im November 2012 die Versorgungsverpflichtungen in allen Bundesländern erfüllt haben, können die Anbieter die LTE-Frequenzen aus der Digitalen Dividende deutschlandweit frei nutzen.

LTE-Frequenzen weltweit

Weltweit nutzt man je nach Kontinent unterschiedliche LTE-Frequenzen. In Nordamerika, wo es gut ausgebaute LTE-Netze gibt, kommt zum Beispiel das Frequenzspektrum 700-MHz und 2100-MHz zum Einsatz. Im asiatisch-pazifischen Raum, hier leben 45 Prozent der LTE-Nutzer weltweit, nutzt man wiederum andere LTE-Frequenzen. Setzt ein Anbieter wie Apple auf eine LTE-Hardware weltweit, muss er sich er sich für eine Anzahl von LTE-Frequenzen entscheiden. Die meisten LTE-Chips unterstützen nur drei 4G-Frequenzen.

LTE-Frequenzen weltweit
Nordamerika 700 MHz, 2100 MHz
Südamerika 2600 MHz
Westeuropa, Mittler Osten und Afrika 800 MHz, 1800 MHz, 2600 MHz
Osteuropa 800 MHz, 1800 MHz, 2300 MHz, 2600 MHZ
Asien und Pazifik 850 MHz, 1800 MHz, 2100 MHz, 2300 MHz

Beim iPhone 5, iPad 4 und iPad mini entschied sich Apple für die nordamerikanischen Frequenzen und das Frequenzspektrum 1800-MHz. In Deutschland profitierte die Telekom von Apples Entscheidung, da aktuell nur T-Mobile die Städte mit 1800-MHz ausbaut. Neben der Deutschen Telekom verfügt noch E-Plus über die LTE-Frequenzen mit 1800-MHz. Der Netzbetreiber hat angekündigt 2013 mit 4G auf den Markt zu kommen, womit T-Mobile ihr Quasi-Monopol auf die LTE-Hardware von Apple bald verlieren dürfte.

Standardisierung der LTE-Frequenzen weltweit?

Bei Apple hat man sich bewusst für die LTE-Frequenzen mit 1800-MHz entscheiden. Hierbei handelt es sich um das weltweit am meisten genutzte Frequenzspektrum. 350 Netzbetreiber in 150 Ländern haben Lizenzen für die Nutzung von 1800-MHz erworben. Laut GSA (Global mobil Suppliers Association) soll das langwellige Frequenzband mittelfristig zum Standard für 4G werden. Dies könnte sich etwa darin zeigen, dass die Hersteller von LTE-Hardware bei ihren Endgeräten vermehrt auf 1800-MHz setzen.

Sobald die einzelnen europäischen Ländern damit beginnen, die ländlichen Regionen mit LTE auszubauen, nimmt auch die Bedeutung der 800-MHz zu. Aktuell befindet sich 4G in Europa noch in den Kinderschuhen. In vielen Ländern in Europa hat der LTE-Ausbau in den Städten begonnen. Ein Ausbau auf dem Land ist wie in der Schweiz häufig schon in Planung. In den nächsten Jahren kann man jedoch davon ausgehen, dass größere Teile von Europa mit den LTE-Frequenzen aus der Digitalen Dividende ausgebaut sind.

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